Symbiose zweier Welten

Symbiose zweier Welten / Symbiose de deux mondes

Hundert Jahre Kulturaustausch / Europa und der Maghreb
Marokko, Algerien, Tunesien

Die Written Art Foundation eröffnete am 9. November 2013 die Ausstellung „Symbiose zweier Welten“ im Palais Namaskar in Marrakesch, Teil der weltbekannten Oetker Collection. 

Anlass war das hundertjährige Jubiläum einer legendären Reise dreier großer europäischer Künstler, nämlich August Macke, Louis Moilliet und Paul Klee in den Maghreb. 

Diese Ausstellung war eine Hommage an die Begegnung des Orients mit dem Okzident vor hundert Jahren. Die Entdeckung des Maghreb und seine unendlich reiche Kultur hat in der Folge eine Revolution in der europäischen Malerei ausgelöst. 

Die Ausstellung präsentierte Klassiker wie Willi Baumeister, Georges Noel, Farid Belkahia, Marc Tobey, Shafic Abboud oder Georges Mathieu. Aber auch die heutigen Spitzenkünstler wie Georg Baselitz, Gerhard Richter oder Günther Uecker bis hin zur Mehdi Qotbi waren vertreten.

Impulse

Die Ausstellung "Symbiose zweier Welten" wollte belegen, dass die Einholung von Impulsen und Entdeckungen keine Einbahnstraße war, sondern nach dem zweiten Weltkrieg ein regelrecht enger Austausch von Ideen und Programmen zwischen arabischen und europäischen Künstlern entstand, der heute im 21. Jahrhundert seinen Kummulationspunkt findet.

So waren es hochbegabte Künstler Nordafrikas aus Marokko, Tunesien und Algerien, die nach Europa kamen und dabei ihre Tradition und Zeichensprache nicht aufgaben. Zu den wichtigsten unter ihnen zählen Farid Belkahia, in Marrakesch geboren, oder der etwas ältere Künstler Shafic Abboud, aber auch Mehdi Qotbi, Nja Mahdaoui, Rachid Koraichi, El Houssaine Mimouni und viele andere.

Aus den anfänglich zaghaften Begegnungen mit einer anderen Kultur ist eine Malerei ohne Grenzen geworden. Die Inspirationen, Überschneidungen und Übernahme von Gestaltungsweisen zwischen europäischen und arabischen Künstlern hat zu einer außergewöhnlichen Vielfalt und Reichtum geführt. 

Von europäischer Seite belegten wir dies mit Arbeiten von Pierre Soulages, Pierre Alechinsky und Antoni Tàpies aber auch durch namhafte Verfechter der so genannten Postmoderne wie Georg Baselitz, Gerhard Richter, Cy Twombly, Rebecca Horn oder Mark Tobey. 

So kann man heute am Anfang des 21. Jahrhunderts von einer Symbiose zweier Welten sprechen, die für unsere gemeinsame Zukunft im gegenseitigen Respekt und ehrlichem Interesse am Miteinander eine Perspektive aufzeigt. Es ist ein Leuchtfeuer im globalen Kontext, das Europa und Nordafrika zusammenhält.